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Erik D. Schulz

Autor

Romane

 

2010 – Im Netz der Deutschlandclique

2012 – Krügers Bericht – Eine Erzählung über die Liebe

2014 – Frühaussteiger
2017 – Crystal – Zu den Sternen fliegen
2020 – Der Weizen gedeiht im Süden

2022 – Weltmacht ohne Menschen

2024 – Eric & Emilia: Lehrzeiten   

​2027 – Killerduett (geplante VÖ Januar 2027)

2027 – Wir beide bekommen das hin (geplante VÖ Juli 2027)

Interview mit dem Autor

Schön, dass Sie bei uns sind, Herr Schulz! Heute wollen wir nicht über Ihre Bücher reden, sondern Sie als Autor näher kennenlernen. Wie kommt ein Arzt eigentlich zum Schreiben?

 

Als erstes ist der Funke von den Schriftstellern der Beat-Generation übergesprungen, allen voran Jack Kerouac. Seine Glaubensbekenntnisse zu moderner Prosa und sein rhythmischer Stil waren sehr inspirierend.

Später habe ich dann meine Doktorarbeit geschrieben, mein erstes eigenes Buch sozusagen. Es war phantastisch, nach der harten Arbeit in meinem eigenen Werk herumzublättern. Das war ein Glücksgefühl, das ich unbedingt wiederholen und steigern wollte.

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Warum gerade Geschichten über Menschen in Extremsituationen?

 

Mich fasziniert, was Menschen antreibt und welche Abgründe sich hinter einer scheinbar ganz normalen Fassade verbergen können. In Extremsituationen fallen die Masken: Ängste, Sehnsüchte, Egoismus, Mut und eine erstaunliche Menschlichkeit treten zutage. Mich interessiert besonders, wie Menschen unter außergewöhnlichem Druck Entscheidungen treffen, die ihr Leben und das anderer unwiderruflich verändern. Dabei gibt es selten nur Gut und Böse. In genau diesen Grauzonen entstehen für mich die spannendsten Geschichten.

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Was treibt Sie an, immer neue Romane zu schreiben?

 

Schreiben ist für mich zunächst Entspannung vom stressigen Alltag als Arzt, aber natürlich auch die Suche nach Anerkennung auf schriftstellerischem Gebiet. In mir wohnt der Ehrgeiz, mich immer weiter verbessern und etwas Bleibendes schaffen zu wollen. Dabei greife ich möglichst interessante Themen auf, ziehe meine Vision durch und versuche, etwas zum Besseren zu bewegen.

Wie viel von Ihnen selbst steckt in Ihren Büchern?

 

Tja, Schreiben – das sind neuronale Prozesse, die sich zu Druckerschwärze auf Papier materialisieren, würde ich sagen. Ich schreibe von innen heraus, bediene mich in meiner Biographie und erschaffe Figuren mit inneren Widersprüchen. Graham Greene brachte es auf den Punkt: „Hier ein körperliches Merkmal, dort eine Sprachgewohnheit, eine Anekdote – sie werden in der Küche des Unterbewusstseins zusammengebraut und tauchen zumeist selbst für den Koch unkenntlich wieder auf.“


Woher kommen Ihre Geschichten?

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Ich gehe mit offenem Blick und offenen Ohren durchs Leben und öffne mich Eindrücken. Bei meiner täglichen Arbeit erfahre ich ja von vielen Schicksalen und höre ständig Geschichten. Dazu kommt mein Leben als Cineast. Mittlerweile kenne ich tausende Filme, und es vergeht kein Tag, ohne dass mir ein paar Zitate durch den Kopf gehen. Quelle der Inspiration ist natürlich auch mein Sohn, Reisen, sehr breite musikalische Interessen und Bücher.

 

Bücher ist ein gutes Stichwort. Welche Schriftsteller haben Sie geprägt?

 

Graham Greene, Jane Austen, Gabriel Garcia Marquez, Jack London, Cormac McCarthy, Emile Zola, Charles Willeford, David Goodis, Cornell Woolrich, Raymond Chandler, Jim Thompson und viele andere.

Ich bin ein Jim-Thompson-Fan! Das Böse bei ihm spricht wie du und ich, hofft und fürchtet, leidet und wehrt sich wie wir alle. Seine Sprache ermöglicht Identifikation und damit den Schock des Erkennens: der Schritt vom Buchhalter zum Killer ist nicht so groß, wie wir hoffen…

Aktuell hat mich besonders David Goodis gepackt, ein Meister des melancholischen Fatalismus und des düsteren Noir. Seine tragischen, vom Leben gezeichneten Außenseiter suchen zwischen Einsamkeit, Sehnsucht und Hoffnungslosigkeit ihren Weg – und scheitern meist.

 

Wie kommt es konkret zu einer Idee für einen Roman?

 

Am Anfang steht eine plötzliche Idee. Diese Eingebung hämmere ich dann am selben Tag in den Computer, damit ich sie nicht mehr vergesse. Wenn der Stoff etwas taugt, entwerfe ich später Schritt für Schritt das Storygerüst, das sich oft am Heldenmythos orientiert. Schließlich füttere ich die Kreativität mit Recherche, was mich über die Jahre auf verschiedenen Gebieten weitergebracht hat. Auch das macht das Schreiben so einzigartig.

 

Sie haben einen interessanten Lebenslauf: erst Facharbeiter für Nachrichtentechnik, dann Pfleger in der Chirurgie und Kinderrehabilitation, anschließend Medizinstudium, schließlich niedergelassener Arzt und Autor. Suchen Sie ständig neue Herausforderungen?

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Als Spätzünder dümpelte ich mit durchschnittlichen Leistungen zunächst als Schüler und Nachrichtentechniker durchs Leben. Dann traten Menschen in mein Leben, die ich in einer Story Mentor nennen würde: ein Freund, eine Freundin und Musikstudentin. Sie waren die Initialzündung, um aus meinem Leben etwas zu machen. Ich holte mein Abi nach, arbeitete als Pfleger und studierte schließlich. Irgendwann fand ich Gefallen am Schreiben.

Das sieht alles wilder aus, als es sich tatsächlich anfühlt.

 

Danke Herr Schulz, dass Sie sich die Zeit genommen haben. Möchten Sie den Lesern noch etwas sagen?

 

Es würde mich sehr freuen, wenn beim Lesen meiner Bücher die Freude überspringt, die ich beim Schreiben hatte, dazu noch eine kräftige Portion Optimismus, mit der sich an die eigenen Stärken glauben lässt. Würzt das Ganze noch mit einer Prise Gelassenheit und reichlich Humor, dann packen wir auch die schwierigen Dinge im Leben an.

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„Wir möchten dem Leben nicht entfliehen, sondern das Leben finden
und unseren Tagen Tiefe verleihen.“ (Robert McKee)

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