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Der Weizen gedeiht im Süden

Ein Arzt und seine vierzehnjährige Tochter überleben einen Atomkrieg in einem Bunker in den Schweizer Alpen. Die Umstände zwingen sie zur Flucht in die zerstörte Welt des nuklearen Winters. Eine lange Reise durch einen lebensfeindlichen Kontinent Richtung Afrika liegt vor ihnen…

Warum der Mensch nicht aus seinen Fehlern lernt und Afrika zur letzten Rettung wird!

 

Im August 2020 jährte sich ein einschneidendes Ereignis: Der US-amerikanische Atombombenabwurf auf die Städte Hiroshima und Nagasaki markiert eine der größten Tragödien der Geschichte. Der Arzt und Autor Dr. Erik D. Schulz verarbeitete das menschliche Versagen auf spezifische Weise: Im Frühjahr 2020 brachte der Hamburger acabus Verlag seinen dystopischen Roman „Der Weizen gedeiht im Süden“ heraus. 75 Jahre nach der fatalen Zerstörung von Hiroshima und Nagasaki durch zwei amerikanische Atombomben, skizziert Erik D. Schulz eine Welt, die nichts aus den katastrophalen humanitären Folgen dieses Ereignisses gelernt hat. Sein mitreißender dystopischer Roman „Der Weizen gedeiht im Süden“ spielt wenige Jahre in der Zukunft nach einem weltweiten Atomkrieg. Der Protagonist Dr. Oliver Bertram und seine vierzehnjährige Tochter Annabel sind zwei von dreihundert Menschen, die in einem Atombunker bei Davos auf eine bessere Zukunft hoffen. Doch verseuchtes Wasser, die Strahlenkrankheit und eine Getreidepest zwingen sie zu einer waghalsigen Reise.

„Der Weizen gedeiht im Süden“ lässt Afrika zur letzten Hoffnung der Menschheit werden, der einzige Ort, an dem Leben und Hoffnung noch möglich erscheinen. Ein Roman, der zeigt, was es heißt, zu flüchten und für die Hoffnung auf ein besseres Leben alles zu riskieren. Eindrucksvoll und brandaktuell schildert Schulz zentrale Themen wie Verlust, Heimat und die Flucht in ein besseres Leben.

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Design und Konzept des Atombunkers

 

Mein fiktiver Bunker, den die McPrince International Group für zweieinhalb Milliarden Franken ins Felsmassiv des Pischahorns bei Davos getrieben hat, ist eine Hybride aus drei Konzepten.
Die grundlegende Architektur orientiert sich an der dreigeschossigen Bunkeranlage Harnekop bei Strausberg in Brandenburg, die ich während meiner Recherchen besucht habe. Sie wurde als Hauptführungsstelle des Ministeriums für Nationale Verteidigung der DDR gebaut und „vom Feind bis zur Wende nicht enttarnt" (Zitat des ehemaligen NVA-Offiziers, der die Führung leitete). In solchen Bunkern werden die Fußböden zur Kompensation der Druckwelle auf Stahlfedern gelagert und auch wichtige Geräte an Federn aufgehängt. Die Energieversorgung leisten Schiffsdiesel. Ich habe zusätzlich Strom aus Mini-Atomkraftwerken der Firma Gen4 Energy bereitgestellt, die wirklich existiert. Das Buch „Geheime Bunkeranlagen der DDR" von Stefan Best hat mir wertvolle Dienste geleistet.
Die Idee, den Bunker in einen Berg zu meißeln, kam mir durch die „Führungsanlage K20", den Regierungsbunker der Schweiz in den Berner Alpen. Das gewaltige Bauwerk besitzt einen verwinkelten Zugangsstollen zur Abschwächung einer potentiellen Druckwelle. Einlass findet man nur nach einem Iris-Scan und einer PIN-Code-Identifizierung, die ich in meiner Fiktion für wohlhabende Leute vorgesehen habe. Der Eingang ist am Waldrand durch eine unscheinbare Holzscheune getarnt. In dem unterirdischen Klotz findet man auch Betonpanzertüren, Druckschleusen und Dekontaminationsduschen – den ganzen Irrsinn zum Schutz vor etwas, vor dem man sich nicht schützen kann.
Das Innendesign wurde durch den Film Ex Machina inspiriert. Es hat den Luxuscharme moderner Architektur mit schicker Holztäfelung und Sichtbeton, indirekter Beleuchtung, Marmortischen, großzügigen weißen Sofas, Bildschirmen, die Fenster suggerieren, hochwertig und schlicht. Vermieden wurde alles Verschnörkelte oder Verspielte, Weiß ist die dominierende Farbe, die Räume sind sachlich gestaltet. Wie im Film habe ich ein hierarchisches Chipkartensystem etabliert. Auch das Thema Überwachung, das schon in meinem ersten Roman Thema war, kommt nicht zu kurz. Details über das Gewächshaus und autonome Landwirtschaft unter Tage runden das Projekt ab. Wichtig war auch das Studium biologischer Rhythmen und der Psychologie vom langfristigen Zusammenleben in abgeschlossen Räumen, das in mehreren Experimenten untersucht wurde.

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Die Burg Sasso Corbaro

 

Die Burg Sasso Corbaro thront auf einem Felsen über Bellinzona, der vor der Stadt die Ebene markiert. Die fantastische Aussicht reicht im Norden über die Stadt und das Rivieratal hinweg bis zum Pizzo di Claro und gegen Süden bis zum italienischen Becken des Lago Maggiore. Im Roman ist sie Stützpunkt für einen Warlord, der das Tessin unter seine Kontrolle bringen will. Meine Protagonisten finden dort für einige Tage Zuflucht.
Im Juni 2016 war ich zur Recherche vor Ort. Die Burg, deren Bau im 15. Jahrhundert begonnen wurde, ist ein von den übrigen Wehranlagen Bellinzonas isolierter, nach allen Seiten freistehender Gebäudekomplex. Die Festung war für eine Rundumverteidigung konzipiert. Als eine der drei Burgen von Bellinzona gehört sie seit 2000 zum Welterbe der UNESCO, zusammen mit dem Castelgrande, dem Castello di Montebello und der Murata. Ich war so begeistert von den historischen Mauern, dass ich sie in die Abenteuergeschichte aufgenommen habe.
2016 gab es auf Sasso Corbaro eine Mary Shelley Ausstellung, der Autorin des Romans „Frankenstein“ (1818). Viktor Frankenstein erzählt in dem Roman dem Leiter einer Forschungsexpedition, wie er toter Materie Leben einhauchte und dadurch ungewollt ein Ungeheuer erschuf. Der Roman warnt vor den Grenzen menschlicher Vernunft, die zur Gefahr wird. Ich sehe da durchaus Parallelen zu aktuellen Gefahren, die in Zusammenhang mit einer möglichen Superintelligenz stehen – Thema meines neuen Romans.

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Shagarab IV

 

Das Flüchtlingslager im Sudan, das im dritten Teil des Romans eine Rolle spielt, wurde inspiriert durch die existierenden Lager Shagarab I-III, das riesige Camp Zaatari in Jordanien und die rechtlichen Verhältnisse von Flüchtlingen in Ungarn.
KfW-Abteilungsdirektor Burkhard Hinz besuchte eines der Lager Shagarab im Osten des Sudan. Dort sind v.a. Flüchtlinge aus Eritrea und dem Südsudan untergebracht. Burkhard Hinz berichtete folgendes:
„Der Osten des Sudan ist eine der ärmsten Gegenden des Landes. Und entsprechend herrschen auch im Flüchtlingslager bittere Armut und beklemmende Trostlosigkeit. Es ist nicht zu vergleichen mit den organisiert wirkenden Zeltlagern, wie wir sie beispielsweise aus Bildern in Europa kennen. In Shagarab leben 35.000 Menschen isoliert in der Wüste, verteilt auf insgesamt drei Camps, zumeist in Lehmhütten, umgeben von Müll. Es gibt keinen Strom und so gut wie keine Toiletten. Shagarab gibt es seit 1985, dort sind Kinder zur Welt gekommen und aufgewachsen – hinter einem Stacheldraht. Tausende Kinder leben dort allein: Eltern lassen sie zurück und machen sich auf den Weg nach Europa…"
In meinem Szenario existiert ein viertes Lager in der Nähe der Oase um New Halfa, in dem die Überlebenden des nuklearen Holocaust aus Europa untergebracht sind.
Zaatari in Jordanien, über das ich ebenfalls viel gelesen habe, ist das zweitgrößte Flüchtlingslager der Welt. Es wurde 2011 mitten in der jordanischen Wüste errichtet, nur etwa 10 km von der syrischen Grenze entfernt. Dort leben mehr als 80.000 Syrer, die alles verloren haben und versuchen, sich in dem Provisorium einzurichten – keiner weiß, für wie lange und was danach kommen wird.
In einem Ausnahmeszenario wie einem Atomkrieg wären Behörden in jedem Land der Welt überfordert. Bei meinen Recherchen bin ich auf die Lage in Ungarn gestoßen, die ich in der Geschichte überspitzt habe. Shagarab IV ist ein "Pre Integration Camp". Es gibt aber kaum Aussicht auf Integration und keine finanzielle Unterstützung. Flüchtlingen droht die Inhaftierung, wenn sie das Asylverfahren "behindern", z.B. wenn sie ohne Genehmigung außerhalb des Lagers aufgegriffen werden. Wer einmal inhaftiert ist, hat praktisch keine Chance, seine Freiheit zu erwirken.

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Die Oase um New Halfa im Sudan

 

Den Anstoß, den Weizen im Süden gedeihen zu lassen und einen Hoffnungsschimmer am Horizont leuchten zu lassen, gab das Landwirtschaftsgebiet um die Stadt New Halfa im Südosten des Sudan entlang des Schwarzen Nils, dem Atbara.
Die etwa 150.000 Hektar große Oase liegt auf der Westseite des Atbara, der im äthiopischen Hochland entspringt. Die Flächen werden vom Damm in Khashm el Girba im Süden über ein kilometerlanges Kanalnetz bewässert. Baumwolle, Weizen und Erdnüsse gehören zu den angebauten Pflanzen.
Historisch bedingt lebt um New Halfa ein Kaleidoskop ethnischer Gruppen, zu dem im Roman die europäischen Flüchtlinge kommen. 1959 vereinbarten Ägypten und Sudan im „Nile Water Agreement“ in der Grenzregion den Bau des Staudamms von Aswan. Dadurch wurden weite Bereiche entlang des Nils überflutet. 11.000 Einwohner von Wadi Halfa Town, vorwiegend Nubier, wurden damals zwangsweise in das 850 km südöstlich gelegene New Halfa umgesiedelt. Der Exodus war dramatisch, als der Nil stieg und Wadi Halfa Town überflutete.
Nomaden und Halbnomaden erhielten ebenfalls Pachtland von einem staatlich geführten Landwirtschaftsunternehmen und wurden zu sesshaften Farmern verpflichtet, was immense Anpassungsschwierigkeiten bedingte. Immer wieder gab es Krisen in der Produktion. Dazu kamen Flüchtlinge aus Eritrea, die ebenfalls integriert werden mussten.
So stehen der Ort und die entwurzelten Nubier als Sinnbild für den Verlust von Heimat. Durch die Zwangsumsiedlung in Gebiete fernab der Heimat mussten sich die Nubier einer völlig neuen Umgebung und einem unbekannten Klima anpassen.
Wie würde es Europäern in New Halfa ergehen, nach einem Atomkrieg und einer dramatischen Flucht über das Mittelmeer, mittellos und entwurzelt, vor der Aufgabe, dort eine neue Existenz aufzubauen?

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Der Schwarzrost des Weizens

 

Die wichtigsten Nahrungsmittel der Menschheit sind Reis und Weizen. Schwarzrost (Puccinia graminis) ist eine gefürchtete Pflanzenkrankheit, die Weizen in ein Gemisch aus schwarzen, abgebrochenen Halmen und verschrumpelten Körnern verwandeln kann. Monokulturen sind besonders anfällig für einen Befall mit dem Pilz, der genetisch enorm wandlungsfähig ist und Pflanzen auf immer neuen Wegen attackiert. Der Schädling setzt sich am Halm des Weizens fest und bringt die Wasser- und Nährstoffversorgung zum Versiegen. Winde können Sporen hunderte von Kilometer weit tragen.
Seit der Antike ist der Schwarzrost für Missernten und Hungersnöte verantwortlich. Die Auswirkungen waren verheerend, Hungeraufstände verbreiten sich rund um den Globus. 1954 vernichtete die Getreidepest beispielsweise 40 Prozent der Weizenernte in den USA. Ende der 1990er Jahre glaubte man, den Schwarzrost besiegt zu haben. Durch die Verwendung widerstandsfähiger Weizensorten und moderner Fungizide war es seit Jahrzehnten zu keinem größeren Ausbruch mehr gekommen.
1999 entdeckten Farmer in Uganda jedoch eine neue, aggressive Variante des Schwarzrosts. Sie wurde nach Fundort und Jahr benannt: Ug99 – oder auch „Das böse Erwachen“. Der Erreger breitete sich über Ostafrika aus, gelangte nach Norden bis in den Sudan, nach Süden bis Südafrika und 2006 erreichte Ug99 die arabische Halbinsel. 2013 befiel auch in Deutschland zum ersten Mal der Erreger wieder den Weizen…
Der Schwarzrost ist eines der auslösenden Momente im ersten Teil meines Romans, die das fragile Gleichgewicht im Bunker zerstören.

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Kirche und Eisenkreuze in Lantsch

 

Auf ihrer Flucht durch den nuklearen Winter in der Südschweiz verschlägt es meine Protagonisten nach Lantsch. Dort gibt es eine Kirche aus dem 9. Jahrhundert, ein einfacher Satteldachbau mit Giebelfassade, dazu auf der Südseite ein romanischer Turm mit schmalen Lichtscharten. Die Decke schmückt ein grauweißes Netzrippengewölbe. Die Nordwand ist fensterlos, an der Südwand haben sich neben den gotischen Spitzbogenfenstern zwei von außen vermauerte Rundbogenfenster aus der Karolingerzeit erhalten.
Rund um das Gotteshaus ragen die Spitzen schmiedeeiserner Grabkreuze aus dem Schnee. Vermutlich wurde der Friedhof von Lantsch bereits in vorchristlicher Zeit als Begräbnisstätte benutzt. Die Eisenkreuze stammen aus der Gotik, der Renaissance und dem Barock. Gotik und Renaissance kennen keine bloße Ornamentik, sondern jedes Detail hat Symbolwert.
Ich fand es passend, an diesem Ort eine Brücke von der Vergangenheit zu den Folgen aktueller Konflikte zu schlagen. Jeder kennt die Zettel, die nach den Anschlägen vom 11. September 2001 an Zäunen angebracht waren. Menschen suchten nach Vermissten. In der Kirche hängen zahllose handgeschriebene Zettel mit Bildern von Familien, Frauen, Männern und Kindern. Das Wort VERMISST ist auf fast allen Aushängen zu lesen, daneben Liebeserklärungen, verzweifelte Botschaften und mögliche Treffpunkte.

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Atomkrieg und nuklearer Winter

 

Die Geschichte im Weizen beginnt sieben Monate nach einem Atomkrieg, in dem ein Großteil der Nuklearsprengköpfe durch die Supermächte abgefeuert wurde. Die Folgen für Natur und Menschen sind verheerend!
Die Detonationen führten zu Feuerstürmen, die enorme Mengen Ruß in die Atmosphäre geschleudert und bis in die Stratosphäre gerissen haben. Der feinpartikelhaltige Ruß absorbiert das Sonnenlicht und verbleibt in der Stratosphäre aufgrund des dort fehlenden Regens für etwa fünf Jahre.
Dadurch sind die Temperaturen auf dem gesamten Planeten um bis zu 20°C gefallen, es kam zu einem Kollaps des Weltklimas: Es wurde dunkel und kalt, Flüsse, Seen und Meere sind meterdick zugefroren, Tieren und Pflanzen starben massenhaft aus, Landwirtschaft ist nur noch in den Tropen möglich. Die nördliche Halbkugel ist fast vollkommen entvölkert. Eisstürme verwüsten das Land, radioaktiver Niederschlag rieselte auf die Erde und giftiger Smog entstand. Der atomare Schlagabtausch hat eine globale Hungersnot zur Folge. Da sich die Ozonschicht aufgelöst hat, macht die zerstörerische UV-Strahlung ungeschützte Menschen blind und zerstört ihre Haut. Im schlimmsten Fall könnte man in einem solchen Szenario nicht einmal die Möglichkeit ausschließen, dass der Homo sapiens als Spezies zugrunde gehen würde.
Leider ist aus meiner Sicht die Gefahr eines Atomkriegs größer als im kalten Krieg. Einen Sieger würde es nicht geben. Daher bin ich mit meiner ganzen Überzeugung für einen Vertrag zum Verbot sämtlicher Atomwaffen.

Interessante Links:
Nuklearer Winter: Was bei einem globalen Atomkrieg passieren würde (Der Standard)
Atomkrieg – welche Gefahren heute lauern (Spektrum)
Strahlenkrankheit Wikipedia
Klima nach einem Atomkrieg
Countdown zum Weltuntergang Atomkrieg (N24 Doku - etwas zu reißerisch und in seiner schrecklichen Intensität nur schwer zu ertragen, aber so könnte es ablaufen)

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Zweites Promo-Cover

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Erstes Promo-Cover

Die Entwicklung der Story

 

Wie immer hatte ich auch beim Weizen eine Idee (2013), eine Art Eingebung, die durch Inspiration entstand. Es folgte das kreative Energiebündel in mir. Das erste Storygerüst hämmerte ich so schnell wie möglich in den Computer und fertigte in den folgenden Tagen Schritt für Schritt eine Story, die sich am Heldenmythos orientierte. Die Uridee war ein Medizin-Pharma-Thriller, ein Buch über eine Verjüngungspille zu schreiben, einen Jungbrunnen, was ich dann zu klischeelastig fand. Am Ende führte die Story aber schon ins Verderben, Krieg und Chaos.

Ich wandelte das Medikament zu einer injizierbaren Substanz um, die zu temporärer Amnesie führt und sich dadurch hervorragend militärisch gegen das Posttraumatische Belastungssyndrom nutzen lassen würde. Das hätte eine enorme ökonomische Bedeutung (Stichwort Pensionen für Soldaten, die am PTBS leiden). Bei diesem Storyentwurf saß der Protagonist bereits in einem Atombunker in der Schweiz und erzählte rückblickend die Geschichte um Intrigen, Konflikte zwischen den Großmächten, die zum Atomkrieg eskalierten.

Irgendwann erinnerte ich mich an die gute alte Regel beim Drehbuchschreiben: Gehe zum spätestmöglichen Zeitpunkt in eine Szene hinein! Und das habe ich getan.

Es gab so viele interessante Punkte an der Geschichte, die mich reizten: Umkehrung der Fluchtrichtung, Kontraste (Eis, Wüste), Vater rettet Tochter, Verlust von Heimat etc. 

Triebkraft war auch ein von je her ausgeprägtes politisches Interesse und die Möglichkeit, so auf die zunehmende Gefahr eines Atomkriegs hinzuweisen.

Prämisse: Der Mut, etwas zu ändern und gegen Tyrannei zu kämpfen, bewirkt ein Leben in Freiheit.